Wie verbreiten sich Fake News?


UNICEPTA enthüllt für Die ZEIT, wie eine Schmutzkampagne ihre Wucht entfaltet und Länder- sowie Mediengrenzen überspringt.


Schlechte Nachrichten wandern schnell und weit durchs Web. Das ist eine Grundannahme der modernen Medien. Doch wie verbreiten sich Fake News genau? Das kann man nun erstmals in einem konkreten Fall sehen: Es geht um die Behauptung, der französische Präsidentschaftskandidat Emanuel Macron sei schwul – eines der beherrschenden Themen im französischen Wahlkampf in den vergangenen Wochen. Wie das Thema in die Welt kam? Das zeigen Daten von UNICEPTA, veröffentlicht von der ZEIT an diesem Donnerstag, 23.02.2016.

Gerüchte über die angebliche Homosexualität Macrons wabern zumindest seit Mai 2016 durchs französische Web, entwickeln aber keine große öffentliche Wucht. Bis ein konservativer Abgeordneter des französischen Parlaments, Nicolas Dhuicq, einer pro-russischen Propagandaseite namens Sputnik International am 04. Februar 2016 ein Interview gibt. „Eine sehr wohlhabende Gay-Lobby steht hinter ihm. Das sagt alles“, sagt Dhuicq bei sputniknews.com. Jeder versteht, was der Parlamentarier meint: Macron sei schwul.

Die Grafiken des Analyse-Tools von UNICEPTA zeigen, wie der Beitrag danach viral ging und über alle Mediengattungen referenziert wurde.

Die Webseite selbst hat wenig Publikum, aber innerhalb der darauf folgenden zehn Tage verbreitet sich der Artikel rund um die Welt über alle digitalen Medienplattformen hinweg. Zu sehen ist die Verbreitung des ursprünglichen Artikels – und wie die Debatte darüber verläuft, wie Blogs, Online-Medien und Posts auf Twitter und Facebook aufeinander verweisen.

Auch Ländergrenzen wurden schnell übersprungen, die größte Weiterverbreitung findet der Link in Frankreich. Sollte es das Ziel gewesen sein, über Bande den innerfranzösischen Wahlkampf zu beeinflussen, so wurde es erreicht.

Die gesamte Debatte um das Thema ist aber noch deutlich größer. Denn bei weitem nicht alle Beiträge verweisen direkt auf den ursprünglichen Artikel auf Sputnik International. Insgesamt erscheinen mehr als 17.000 Beiträge mit Bezug zu dem Gerücht. Ihren Höhepunkt erreicht die Debatte am 7. Februar, drei Tage nach dem Ausgangsartikel. Es ist der Tag, nach dem sich der Präsidentschaftskandidat Emanuel Macron selbst äußert – und die Debatte letztlich prägt. Denn nun dreht sich alles um die Frage, wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat und ob russische Kreise versuchen, die Wahl in Frankreich zu beeinflussen.    

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