Vor dem Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt:

Medien kritisieren Unternehmen, Leser nicht

-      Bundeskanzlerin Angela Merkel und Medien fordern mehr Engagement von deutschen Großunternehmen bei der Integration von Flüchtlingen

-      Die Leser kommentieren online mit großer Mehrheit:  Das ist nicht die Aufgabe der Konzerne


Die deutsche Wirtschaft engagiert sich nicht ausreichend für die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt, so die Mehrheitsmeinung der Bundesregierung und Medien vor dem Flüchtlingsgipfel an diesem Mittwoch, 14. September 2016. Die Wirtschaftsvertreter wehren sich und erhalten Unterstützung – von den Lesern.

In knapp 60 Prozent der Artikel fordern die Journalisten von der Wirtschaft größeres Engagement zur Integration von Flüchtlingen in Unternehmen, allen voran „Die Zeit“ und „Spiegel Online“ sowie „Focus Online“  und „Welt Online“. Dies ergab eine Untersuchung der UNICEPTA Medienanalyse GmbH im Vorfeld des Gipfeltreffens im Kanzleramt am Mittwoch. Insgesamt wurden 69 deutsche Print- und Onlinemedien sowie Kommentare auf „spiegel.de“, „zeit.de“ und „t-online.de“ im Zeitraum 2. August bis 12. September 2016 untersucht. In die Analyse gingen nur Beiträge mit expliziter Wertung der Journalisten ein.

Die Leser sehen dagegen vor allem die Politik in der Pflicht – sie müsse die Geflüchteten zunächst durch geeignete Maßnahmen für den Arbeitsmarkt qualifizieren. Nur fünf Prozent der ausgewerteten Leserkommentare stimmen den Medien zu, dass die Wirtschaft sich zu wenig engagiere. 95 Prozent vertreten dagegen die Meinung, die Integration von Flüchtlingen sei Aufgabe der Politik und nicht der Unternehmen bzw. diese leisteten bereits genug. In den Leitmedien spiegelt sich diese Meinung nur in 42 Prozent der ausgewerteten Beiträge.

Im untersuchten Medienpanel bezogen die Printtitel „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Die Welt“ eine eher wirtschaftsfreundliche Position. Neutral positionierten sich die „Süddeutsche Zeitung“, das „Handelsblatt“, die „Bild“ und deren Onlineportal „bild.de“. Zu wenig Engagement bescheinigte „Der Tagesspiegel“ deutschen Unternehmen. Eine deutlich negative Tonalität vertraten „Die Zeit“ und „Spiegel Online“ sowie „Focus Online“ und „Welt Online“.

Das gesamte Medienpanel: bild.de, Bild, Börsen Zeitung, derwesten.de, deutschlandfunk.de, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, focus.de, fr-online.de, handelsblatt.com, Handelsblatt, reuters.com, spiegel.de , sueddeutsche.de, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel.de, Der Tagesspiegel, t-online.de, welt.de, Welt, Welt am Sonntag, wiwo.de, WirtschaftsWoche, zeit.de, Zeit.

Zudem wurden 300 Leserkommentare unter entsprechenden Artikeln bei „spiegel.de“, „zeit.de“ und „t-online.de“ untersucht (viele Onlinemedien lassen keine Leserkommentare zu Flüchtlingsthemen zu).


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